Zwei Listen, zwei Behörden
Getrennt nach Spielart, nicht nach Anbieter.
Das Geldspielgesetz verpflichtet zwei Aufsichtsstellen, je ein Verzeichnis unbewilligter Domainnamen zu veröffentlichen. Die ESBK deckt die Spielbankenspiele ab, also ausländische Online Casinos, Slots und Poker, und die Gespa ist für Lotterien und Sportwetten zuständig.
| Behörde | Zuständig für | Grundlage | Domainnamen |
|---|---|---|---|
| ESBK | Online-Casinos, Slots, Poker | Art. 86 BGS | 3388 |
| Gespa | Lotterien, Sportwetten | Art. 86 BGS | 831 |
ESBK und Gespa: die Sperre läuft über das DNS der Provider
Die Schweizer Fernmeldedienstanbieterinnen müssen den Zugriff auf die aufgeführten Namen technisch verhindern. Betroffen ist damit ein Domainname und nicht ein Unternehmen, was die Zahlen im nächsten Abschnitt erklärt.
Wie viele Casino-Domains betroffen sind
Aus den beiden amtlichen PDF gezählt, nicht geschätzt.
Das Verzeichnis der ESBK führt 3388 Domainnamen, jenes der Gespa 831. 249 Namen stehen in beiden, weil dieselbe Marke Casino und Sportwetten anbietet, sodass es zusammen 4219 Einträge sind. Keine der Seiten vor uns nennt eine dieser Zahlen.
Der Grund für das Wachstum steht in den Namen selbst: 46 Prozent von ihnen enthalten eine Ziffer. Ein betroffener Anbieter registriert den nächsten Namen mit Nummer und ist wieder erreichbar, und das Rennen endet nicht an der Landesgrenze: 259 der Domains enden auf .ch.
Auch unsere eigene Auswahl steht darin, und das sagen wir lieber selbst: 11 der fünfzehn Casinos in unserem Vergleich sind erfasst, mit 63 Domainnamen. Ein Qualitätsurteil ist das nicht, sondern die Definition — warum diese Häuser dennoch spielbar sind, steht beim Casino ohne Schweizer Lizenz.
Wie eine Domain in das Verfahren kommt
Ein Verwaltungsakt, öffentlich publiziert.
Ist ein Angebot ohne Bewilligung aus der Schweiz erreichbar, verfügt die Behörde die Massnahme. Diese Allgemeinverfügung erscheint im Bundesblatt, ebenso jede spätere Aufnahme weiterer Namen, und danach setzen die Provider sie um. Beide Verzeichnisse erscheinen als PDF und werden vierteljährlich nachgeführt, wobei die Gespa zu jeder Fassung eine Signaturdatei mitliefert.
Wesentlich ist dabei eines: geprüft wird die Bewilligung, nicht die Seriosität. Ein Haus mit maltesischer Lizenz steht genauso darin wie ein Anbieter ohne jede Aufsicht — die einzelnen Lizenzen ordnen wir unter Casino Lizenzen erklärt ein.
Was für Spielende in der Schweiz gilt
Die Massnahme richtet sich gegen die Domain, nicht gegen die Person.
Wer in einem nicht konzessionierten Online-Casino spielt, macht sich nach dem Geldspielgesetz nicht strafbar, und das schreibt die Behörde selbst. Strafbar ist das Anbieten und nicht das Spielen, entsprechend gibt es kein Verzeichnis der Spielenden.
Vorteile
- Keine Busse für Spielende
- Öffentlich und datiert einsehbar
- Macht unbewilligte Angebote erkennbar
Nachteile
- Kein Schweizer Spielerschutz
- Keine Schlichtungsstelle
- Spielsperre greift dort nicht
Die Spielsperre bindet ausländische Anbieter nicht
Der Punkt, den auf dieser Suche niemand klar trennt.
Das Verzeichnis der Behörde ist eine Netzsperre gegen Domainnamen. Die Spielsperre nach Artikel 80 BGS richtet sich gegen eine Person und steht in einem zentralen Register der Schweizer Spielbanken. Sie gilt landesweit und seit letztem Jahr auch in Liechtenstein, und man kann sie selbst beantragen oder bei Überschuldung auferlegt bekommen.
Hier liegt die Asymmetrie. Das Register erfasst konzessionierte Veranstalterinnen, und ein Casino ohne Schweizer Bewilligung fragt es nicht ab. Die Fachstelle für Spielerschutz sagt es selbst: für ausländische Häuser muss man den Ausschluss separat beantragen.
Einen Eintrag aufheben lassen
Zuständig ist die Spielbank, nicht die Behörde.
Zeitlich limitiert ist eine Spielsperre nicht. Aufheben kann sie nur die Stelle, die sie ausgesprochen hat, und nur auf Antrag. Bei einer selbst beantragten Sperre geht das frühestens nach drei Monaten, eine auferlegte fällt weg, sobald ihr Grund entfallen ist. Die Behörde nimmt keine Anträge entgegen und vermittelt nicht. Bleibt eine Spielbank bei ihrem Nein, führt der Weg über ein Zivilgericht.
Hilfe und Beratung in der Schweiz
Kostenlos, vertraulich und unabhängig vom Anbieter.
Ist der Anlass für die Suche das eigene Spielverhalten, führt der kürzere Weg nicht über eine Netzsperre, sondern über eine der drei Stellen unten. Die Beratung ist in allen Kantonen kostenlos und vertraulich.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Nationale Beratung | sos-spielsucht.ch |
| Kantonale Fachstellen | careplay.ch |
| Ausschluss beantragen | playerprotection.ch |
| Verzeichnis einsehen | admin.ch |
Häufige Fragen zur Sperrliste
Die vier Fragen, die in der Schweiz dazu am häufigsten gestellt werden.
Wo finde ich die Schweizer Sperrliste?
Ist es strafbar, auf einer betroffenen Seite zu spielen?
Gilt meine Schweizer Spielsperre auch im Ausland?
Warum stehen bekannte Casinos mit vielen Domains darin?
Fazit zur Sperrliste in der Schweiz
Die Liste ist ein präzises Instrument mit einem engen Ziel: sie nimmt 4219 Domainnamen aus dem Schweizer DNS. Über die Seriosität eines Anbieters sagt sie nichts, Spielende belastet sie nicht, und einen persönlichen Ausschluss ersetzt sie auch nicht. Wer sich schützen will, beantragt ihn bei der Spielbank und beim Anbieter im Ausland getrennt.