Glücksspiel ist ab 18 Jahren erlaubt und kann süchtig machen. Wer den Eindruck hat, die Kontrolle zu verlieren, findet in der Schweiz kostenlose und vertrauliche Hilfe — die vier Stellen dazu stehen im nächsten Abschnitt.
Diese Seite ist keine Pflichtübung am Ende der Website. Wir vergleichen Casinos mit einer Lizenz aus dem Ausland, und genau bei diesen Anbietern greift der Schweizer Spielerschutz gerade nicht automatisch. Was das praktisch bedeutet und was man stattdessen tun kann, steht hier — mit den echten Stellen und ohne Telefonnummern, die es nicht gibt.
Hilfe in der Schweiz: die vier Stellen
Die Schweiz hat keine einzige nationale Hotline-Nummer für Spielsucht. Zuständig sind die kantonalen Fachstellen und vier nationale Anlaufstellen, alle kostenlos, alle vertraulich und alle auch anonym erreichbar.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| SOS Spielsucht | Nationale Anlaufstelle für Spielsucht, mit Beratung für Betroffene und Angehörige · sos-spielsucht.ch |
| SafeZone.ch | Anonyme Online-Beratung durch Fachpersonen, schriftlich und ohne Termin · safezone.ch |
| Sucht Schweiz | Fachstelle für Prävention, Information und Angehörige · suchtschweiz.ch |
| Infodrog | Verzeichnis aller kantonalen Suchtfachstellen, nach Wohnort durchsuchbar · Suchtindex |
Für den ersten Schritt ist SafeZone.ch meist der niedrigste: schriftlich, anonym, ohne Termin und ohne dass jemand im Umfeld davon erfährt. Wer lieber mit einer Stelle in der eigenen Region spricht, findet sie über den Suchtindex von Infodrog.
Die Spielsperre — und ihre Grenze
Die Spielsperre ist das wirksamste Instrument, das die Schweiz kennt. Sie steht in einem zentralen Register, das die konzessionierten Spielbanken führen, gilt landesweit und seit dem 7. Januar 2025 auch im Fürstentum Liechtenstein. Wer eingetragen ist, wird von allen konzessionierten Angeboten ausgeschlossen — terrestrisch, online und bei den Grossspielen wie Lotto und EuroMillions.
So beantragen Sie eine Sperre
Freiwillig, jederzeit und ohne Begründung. Persönlich in einer Schweizer Spielbank mit einem gültigen Ausweis, oder schriftlich mit einer Ausweiskopie und Unterschrift an eine Spielbank Ihrer Wahl. Am besten an jene, bei der Sie vorwiegend gespielt haben. Eine Sperre kann auch angeordnet werden, wenn eine Spielbank aufgrund eigener Beobachtung oder einer Meldung von Angehörigen, einer Fachstelle oder einer Sozialbehörde annehmen muss, dass eine Person überschuldet ist oder Einsätze weit über ihren Verhältnissen riskiert.
Die wichtigste Einschränkung: eine Schweizer Spielsperre bindet nur konzessionierte Anbieter. Ein Casino mit einer Lizenz aus Curaçao oder Anjouan fragt dieses Register nicht ab und ist daran nicht gebunden. Die Fachstelle für Spielerschutz schreibt es selbst: Sperren für ausländische Casinos muss man separat beantragen. Wer sich schützen will, muss also bei jedem einzelnen Anbieter im Ausland zusätzlich nachziehen — und die Netzsperre der Behörde ersetzt das nicht, wie unsere Seite zur Schweizer Sperrliste zeigt.
Was die Zahlen zeigen
Die Eidgenössische Spielbankenkommission veröffentlicht jährlich, wie viele Personen neu ins Register eingetragen wurden. Für das Vorjahr waren es 16'429 — rund zehn Prozent weniger als im Jahr davor. Auffällig sind zwei Anteile.
Fast die Hälfte der neu gesperrten Personen ist zwischen 18 und 30 Jahre alt, und rund vier von fünf Sperren stammen aus dem Online-Bereich. Das ist der Grund, warum diese Seite bei uns nicht im Kleingedruckten steht.
Eine Sperre wieder aufheben
Zeitlich begrenzt ist sie nicht. Aufheben kann sie nur die Spielbank, die sie ausgesprochen hat, und nur auf schriftlichen Antrag der betroffenen Person; bei einer freiwilligen Sperre frühestens drei Monate nach dem Eintrag. Die Behörde nimmt solche Anträge nicht entgegen, hat keinen Zugriff auf das Register und vermittelt auch nicht.
Limiten, die tatsächlich helfen
Bei einem international lizenzierten Anbieter gibt es keine gesetzlichen Einsatz- oder Einzahlungsgrenzen. Was es gibt, sind die Werkzeuge im Konto — und die muss man selbst setzen, am besten vor der ersten Einzahlung und nicht nach dem ersten Verlust.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Einzahlungslimite | pro Tag, Woche und Monat. Der wirksamste einzelne Schalter, weil er vor dem Spiel greift |
| Verlustlimite | begrenzt den Nettoverlust im Zeitraum, unabhängig davon, wie oft umgesetzt wird |
| Einsatzlimite | Höchsteinsatz pro Runde |
| Sitzungsdauer | Erinnerung nach einer festgelegten Zeit |
| Pause | Konto für Stunden bis Wochen gesperrt, Bonusangebote gestoppt |
| Selbstausschluss | dauerhafte Schliessung beim einzelnen Anbieter — bei internationalen Häusern der einzige Weg |
Ein Punkt, den wir bei jedem Haus prüfen: eine Senkung der Limite muss sofort greifen, eine Erhöhung erst nach einer Frist. Ist es umgekehrt, ist die Limite kein Schutz, sondern eine Formalität. Fehlen die Werkzeuge ganz, ist das bei uns ein Ausschlussgrund — siehe Redaktionsrichtlinien.
Technisch hilft ausserdem eine Sperrsoftware auf dem eigenen Gerät. Sie arbeitet unabhängig vom Anbieter und ist damit das Einzige, was auch bei einem Casino im Ausland zuverlässig greift. Verbreitet sind BetBlocker, Gamban, Gamblock und Betfilter.
Warnzeichen
Keine Diagnose, sondern die Punkte, bei denen sich ein Gespräch mit einer Fachstelle lohnt. Eines allein sagt wenig; mehrere zusammen sind ein Muster.
- Sie spielen länger oder für mehr Geld als vorgenommen.
- Sie zahlen erneut ein, um einen Verlust zurückzuholen.
- Sie leihen Geld oder verschieben Rechnungen, um zu spielen.
- Sie verheimlichen Ihr Spielverhalten gegenüber Nahestehenden.
- Sie erhöhen die Limite, sobald sie greift.
- Sie sind gereizt oder unruhig, wenn Sie nicht spielen.
- Arbeit, Schlaf oder Beziehungen leiden darunter.
Für Angehörige gilt derselbe Weg: SOS Spielsucht und die kantonalen Fachstellen beraten ausdrücklich auch das Umfeld. Und wer eine Spielbank auf das Verhalten einer Person aufmerksam macht, kann damit eine Sperre auslösen.
Die Regeln, die in der Schweiz gelten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Mindestalter | 18 Jahre |
| Aufsicht für Casinospiele | Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) |
| Aufsicht für Lotterien und Sportwetten | Gespa, interkantonal |
| Selbstschutz-Instrument | Spielsperre, landesweit im Register der konzessionierten Spielbanken |
| Gilt bei internationalen Anbietern | nein — nur pro Anbieter einzeln |
| Strafbarkeit für Spielende | keine, auch bei nicht bewilligten Angeboten |
| Beratung | kostenlos und vertraulich in allen Kantonen |
Minderjährige haben in keinem Casino etwas zu suchen, und ein Haus, das die Altersprüfung nicht ernsthaft durchführt, steht bei uns nicht in der Liste. Wenn Kinder oder Jugendliche Zugang zu Ihrem Gerät haben, hilft dieselbe Sperrsoftware wie oben.